Salon 37 | Sound Performance und Installation von Piero Mirio Scherer
Sonntag 07. Juni 2026 von 16 bis 20 Uhr mit Bar im Garten
Konzert um 17 Uhr und 19 Uhr
What does a house sound like? – Once everyone has left it behind?
Im Experimenthaus verteilen sich vier elektroakustische Installationen in Form von Hörstationen. Sie ermöglichen es uns, den verborgenen Aktivitäten des Hauses zu lauschen, indem sie den Fokus auf Klänge und akustische Prozesse legen, die meist unbemerkt oder durch ihre Alltäglichkeit ausgeblendet werden: Wasser in den Leitungen, elektromagnetische Felder technischer Infrastruktur, Schwingungen in Wänden und Böden sowie feinste Umgebunsgeräusche aus der unmittelbaren Nachbarschaft.
Diese verborgenen akustischen Schichten des Hauses werden durch ein «Hydrophon», ein «Geophon», ein «Elektromagnetisches-Mikrofon» und ein «Omnidirektionales-Mikrofon» hörbar gemacht und an den Hörstationen über «Druckkammerlautsprecher» abgespielt. Die Klänge werden über ein Netzwerk von Audio-Kabel ähnlich einem Nervensystem ins Wohnzimmer geleitet, wo sie sich überlagern und mittels einem Audio-Interface im Zentrum der Installation zusammengeführt werden. In den zwei Live-Improvisation werden die Klänge durch Piero Mirio Scherer musikalisch interpretiert. Während diesen musikalischen Interventionen erkunden und manipulieren Martina Buzzi, Axel Kolb und Maximilian Kriegleder an den Hörstationen die Klänge des Hauses. Architektur, Technik, Umwelt und menschliche Präsenz treten hierbei temporär als gleichwertige Akteur:innen in Erscheinung und entwickeln im Zusammenspiel ein ortsspezifisches Klanggeflecht.
«Sonic Memories – Residual Imprints Carved into Silence» versteht das Haus als Resonanzkörper und Speicher: Klänge werden als Repräsentation, als unmittelbare Begegnung mit dem Haus verstanden. Hörbar werden seine Rückstände, Spannungen und Aktivitäten.










Bilder: Vital Romero
Hörstation Wasser: «Hydrophon» Ein Hydrophon ist ein Mikrofon zur Aufnahme von Schall unter Wasser.
Hörstation Strom: «Elektromagnetisches-Mikrofon» Dieses Mikrofon erfasst elektromagnetische Felder von technischen Geräten und Leitungen.
Hörstation Resonanzkörper: «Geophon» Ein Geophon ist ein Sensor zur Aufnahme von Schwingungen im Boden oder in festen Materialien. Vibrationen, die sich durch Erde, Beton, Metall oder andere Strukturen ausbreiten.
Hörstation Aussenwelt: «Omnidirektionales-Mikrofon» Diese erfassen Schall aus allen Richtungen gleichzeitig und eignen sich besonders für die Aufnahme feiner Umgebungsgeräusche und atmosphärischer Klangereignisse.
«Druckkammerlautsprecher» Dies ist ein Lautsprecher, bei dem der Schall in einer kleinen Druckkammer verdichtet und anschliessend über ein Horn abgestrahlt wird. Druckkammerlautsprecher wurden in den 1920er und frühen 1930er Jahren entwickelt, in Kinos und für die Beschallung im öffentlichen Raum eingesetzt. Sie haben eine starke Klangverfärbung und Richtwirkung. Druckkammerlautsprecher werden in Piero Mirio Scherers Arbeit als kompositorisches Mittel verwendet.
Musik und Performance: Martina Buzzi, Axel Kolb, Maximilian Kriegleder und Piero Mirio Scherer
Idee und Konzept: Piero Mirio Scherer
Titelbild: Marisa Brunner