Salon 35 | Ausstellung

Allgemein, Ankündigung, Bewohner*innen, Salons, Schellinger Zaugg

In the End We Are All On A Journey Of Ecstasy And Bewilderment
22. bis 25. Januar 2025

Öffnungszeiten Ausstellung:
22.01.2026 18:00 – 21:00
23.01.2026 14:00 – 18:00
24.01.2026 14:00 – 18:00
25.01.2026 14:00 – 18:00

Programm:
22.01.2026, 18:00 Uhr Vernissage
23.01.2026, 14:30 Uhr Führung durch die Genossenschaft Neubühl
24.01.2026, 16:00 Uhr Konzert Paula Mia
25.01.2026, 14:00 Uhr Performance Matteo Kramer – „Ma Première Fois Au Sauna“
25.01.2026, 16:00 Uhr Konzert patricia

Manchmal ist Poesie an unerwarteten Orten anzutreffen. Zum Beispiel in den Kommentarspalten der New York Times. Der Ausstellungstitel stammt aus einem Leserinnenkommentar zum Thema Trennungen. Im Kommentar schildert die Leserin ihre Erfahrungen zu Scheidungen und Trennungen. Es sei kein Unglück und gehöre zum Leben. Versöhnlich schliesst sie ihren Kommentar mit eben diesem ZitatIn the End we are all on a journey of ecstasy and bewilderment – Am Ende sind wir alle auf einer Reise voller Begeisterung und Verwirrung. Dieses unverhofft poetische Zitat gefällt uns so gut, dass wir es als Ausstellungstitel für unseren letzten Salon entlehnen. Ankunft, Aufbruch, unerwartete Begegnungen und Entdeckungen prägten unsere Zeit im Experimenthaus in der Siedlung Neubühl. Das Zitat scheint passend, um den Gedankenraum für diesen letzten Salon aufzuspannen.

Für diese Ausstellung haben wir acht Künstler:innen eingeladen. Es sind Freund:innen, Bekannte oder Menschen, deren Arbeit wir bewundern. Die Künstler:innen waren wiederum eingeladen, eine weitere Person mitzubringen. Dieses Plus Eins, wie man es vor allem von Hochzeiten kennt, haben wir bei verschiedenen Ausstellungen erprobt. Es hat sich bewährt und passt zu unserem Verständnis des Kuratierens. Wir betreiben zwar einen Ausstellungsraum. Dennoch verstehen wir uns nicht in erster Linie als Kurator:innen, sondern als Künstler:innen. In dieser Rolle interessieren wir uns für Räume und wie sie mit ihren Eigenschaften, Geschichten und Aufladungen genutzt und bespielt werden können. Am allermeisten interessieren wir uns für andere Künstler:innen, ihre Ideen, wie sie arbeiten und um welche Themen sie kreisen.

Das Plus eins ist also eine willkommene Möglichkeit, die Hierarchie des Kuratierens aufzuweichen. Die eingeladenen Künstler:innen treffen selbst eine kuratorische Entscheidung. Schliesslich laden sie wiederum jemanden ein und tragen so zur Ausstellung bei. Wir verstehen das Organisieren von Ausstellungen selbst als Teil unserer künstlerischen Praxis. Die Ausstellung ist ein soziales Moment, ein Gefäss für Themen und Arbeiten und bildet so eine Momentaufnahme unseres Umfelds. Wir organisieren Aufbau, Infrastruktur, Dokumentation, Flyer, Saaltext und Apero. Wir laden die Künstler:innen ein, das Experimenthaus zu besichtigen, stellen das Haus und seine Besonderheiten vor, genauso wie die Siedlung. Welche Arbeiten sie realisieren, bleibt die Entscheidung der Künstler:innen. Diese Freiheit schätzen wir selbst in unserer Tätigkeit. Und so wollen wir sie auch anderen lassen. Manche Teilnehmer:innen reagieren auf den Ort, andere brechen ihn mit einer existierenden Arbeit.

Diese Ausstellung bietet so Raum für persönliche Bezüge zu Architektur und Nachbarschaft. Genauso lässt sie Brüche und Irritationsmomente zu. Wir danken allen teilnehmenden Künstler:innen für ihr Vertrauen, ihre Offenheit und ihr Engagement. Danke auch an unsere Nachbar:inen aus der Reihe, dass sie uns so freundlich empfangen haben. Genauso danken wir allen Neubühler:innen, die wir in diesem Jahr kennenlernen durften. Ein herzlicher Dank geht auch an die Geschäftsstelle der Genossenschaft für die Unterstützung in allen Lebenslagen und an die Kulturstiftung des Kantons Thurgau für den finanziellen Beitrag. Und vor allem Danke an die Sektion Zürich des Schweizer Werkbundes. Der Aufenthalt im Experimenthaus war für uns eine einmalige Erfahrung.

Liebe Grüsse Samantha und Stefan

Bildquelle: Massimiliano Rossetto

Bildquelle: Massimiliano Rossetto

Bildquelle: Massimiliano Rossetto

Bildquelle: Massimiliano Rossetto

Bildquelle: Massimiliano Rossetto

Bildquelle: Massimiliano Rossetto

Bildquelle: Martin Goray

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3 Fuerer Nielsen, Farewell (Geschenk für die Kurator:innen), 2025 3D-Druck, Acrylglas, LED-Technik 30 x 10 x 10 cm

4 Chantal Romani Zwischen, 2024, 2025, 2026 Video Full HD, Farbe, Stereo Loops von 1:00 -10:09 min

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